Sehnen- und Banderkrankungen

Lahmheiten, Schwellungen und Belastungsprobleme gezielt abklären

Sehnen- und Banderkrankungen gehören zu den häufigen Ursachen für Lahmheit, Schwellung und eingeschränkte Belastbarkeit beim Pferd. Sie können akut nach Überlastung oder Verletzung entstehen, sich aber auch schleichend entwickeln und zunächst nur durch Taktunreinheiten, Wärme oder leichte Umfangsvermehrungen auffallen.

Eine sorgfältige Untersuchung hilft, betroffene Strukturen zu erkennen, den Schweregrad einzuschätzen und einen realistischen Behandlungs- und Trainingsplan zu erstellen. Ziel ist eine belastbare Heilung, die Rückfälle und Überlastung möglichst vermeidet.

Kennzeichen Wann sollte ich handeln?

  • plötzliche oder wiederkehrende Lahmheit
  • Schwellung an Sehne oder Fesselbereich
  • Wärme oder Schmerz an der Gliedmaße
  • Taktunreinheit unter Belastung
  • Verdickung im Bereich von Sehnen oder Bändern
  • Stolpern oder unsicherer Bewegungsablauf
  • Probleme nach Training, Sprung oder Ausritt
  • Belastungsprobleme nach längerer Pause
  • Kontrolle nach Sehnen- oder Bandverletzung
  • Trainingsaufbau nach orthopädischem Befund
  • unklare Schwellung an der Gliedmaße
  • Verdacht auf Überlastungsschaden

Handlungsempfehlung

Bitte vereinbaren Sie einen Termin, wenn Ihr Pferd eine Schwellung, Wärme, Lahmheit, Taktunreinheit oder Belastungsprobleme im Bereich von Sehnen und Bändern zeigt. Fotos der betroffenen Gliedmaße sowie kurze Videos im Schritt und Trab helfen bei der ersten Einschätzung.

Bei akuter Lahmheit, deutlicher Schmerzreaktion, starker Schwellung oder rascher Verschlechterung melden Sie sich bitte telefonisch.

Auf einen Blick

Dringlichkeit

Bei akuter Lahmheit, starker Schwellung, Wärme oder Schmerz zeitnah abklären; bei deutlicher Verschlechterung telefonisch melden

Typisch

Lahmheit, Schwellung, Wärme, Verdickung, Taktunreinheit oder eingeschränkte Belastbarkeit

Mögliche Ursachen

Sehnenverletzung, Bandverletzung, Überlastung, Entzündung, Narbengewebe oder chronische Strukturveränderung

Mögliche Diagnostik

Klinische Untersuchung, Lahmheitsdiagnostik, Ultraschall, Verlaufskontrolle oder ergänzende Bildgebung

Vorbereitung

Pferd möglichst nicht weiter belasten, betroffene Stelle dokumentieren, Videos und vorhandene Befunde bereithalten

Weiteres Vorgehen

Behandlung, Schonung, kontrollierter Bewegungsaufbau, Trainingsanpassung, Verlaufskontrolle oder weiterführende Diagnostik

Damit Sie wissen, was auf Ihr Pferd zukommt.

Verlauf und Belastung klären

Zunächst werden Beschwerden, Zeitpunkt und Belastungssituation besprochen.

Wichtig sind Angaben dazu, wann die Schwellung oder Lahmheit aufgefallen ist, ob ein bestimmtes Ereignis vorausging und wie das Pferd bisher belastet wurde. Auch Bodenverhältnisse, Training, Beschlag, frühere Verletzungen und bisherige Maßnahmen werden einbezogen.

Klinische Untersuchung

Die betroffene Gliedmaße wird auf Schwellung, Wärme, Schmerz und Funktion geprüft.

Bei der Untersuchung werden Sehnen, Bänder, Gelenke und umliegende Strukturen abgetastet. Dabei wird geprüft, ob Wärme, Umfangsvermehrung, Druckschmerz, Verhärtung oder Einschränkung der Beweglichkeit bestehen.

Bewegung beurteilen

Das Bewegungsbild wird im Schritt und Trab beurteilt.

Je nach Befund wird das Pferd auf gerader Linie, auf Wendungen oder auf unterschiedlichem Boden vorgestellt. So lässt sich einschätzen, wie stark Lahmheit, Taktunreinheit oder Schonhaltung ausgeprägt sind und ob weitere Lahmheitsdiagnostik notwendig ist.

Ultraschall und Befunddokumentation

Bei Bedarf werden Sehnen und Bänder per Ultraschall genauer untersucht.

Der Ultraschall hilft, Strukturveränderungen, Faserschäden, Flüssigkeitseinlagerungen, Narbengewebe oder Entzündungszeichen besser einzuordnen. Die Dokumentation ist wichtig, um den Verlauf später vergleichen und den Trainingsaufbau anpassen zu können.

Therapie und Aufbauplan festlegen

Behandlung, Schonung und kontrollierter Bewegungsaufbau werden befundbezogen geplant.

Je nach Schweregrad können Schonung, kontrollierte Bewegung, entzündungshemmende Behandlung, Verband, Huf- oder Beschlagsanpassung, regenerative Verfahren oder weitere Maßnahmen sinnvoll sein. Entscheidend ist ein realistischer Aufbau, der die Heilungsphase respektiert.

Verlauf kontrollieren

Der Heilungsverlauf wird regelmäßig überprüft.

Sehnen- und Bandverletzungen benötigen häufig Zeit und konsequente Kontrolle. Verlaufskontrollen helfen, die Belastbarkeit einzuschätzen, Trainingsschritte freizugeben und Rückfälle durch zu frühe oder zu starke Belastung zu vermeiden.

Sehnen- und Banderkrankungen beim Pferd

Sehnen und Bänder übertragen Kräfte, stabilisieren Gelenke und sind für einen belastbaren Bewegungsablauf entscheidend. Werden diese Strukturen überlastet oder verletzt, kann das Pferd mit Lahmheit, Schwellung, Wärme, Schmerz oder Leistungsabfall reagieren.

Warum frühe Abklärung wichtig ist

Sehnen- und Bandverletzungen können anfangs unscheinbar wirken. Eine leichte Schwellung oder geringe Taktunreinheit kann dennoch auf eine relevante Strukturveränderung hinweisen. Je früher der Befund eingeordnet wird, desto besser lässt sich die Belastung anpassen und eine Verschlechterung vermeiden.

Typische Ursachen

Häufige Auslöser sind Überlastung, unpassender Trainingsaufbau, tiefer oder wechselnder Boden, Stolpern, Rutschen, Fehlbelastung, Hufbalanceprobleme oder Vorschädigungen. Auch Alter, Nutzung, Körperbau und frühere Verletzungen können das Risiko beeinflussen.

Ultraschall zur Beurteilung

Die Sonographie ist bei Sehnen- und Bandbefunden besonders wichtig. Sie zeigt Struktur, Faserausrichtung, Flüssigkeitseinlagerung und Ausmaß einer Veränderung. Wiederholte Untersuchungen ermöglichen eine Verlaufskontrolle und helfen, den Trainingsaufbau sinnvoll zu steuern.

Heilung braucht Zeit

Sehnen und Bänder heilen langsamer als viele andere Gewebe. Auch wenn das Pferd äußerlich wieder besser läuft, ist die Struktur nicht automatisch vollständig belastbar. Deshalb ist ein kontrollierter Aufbau wichtig, damit die Heilung stabil bleibt.

Training, Huf und Boden mitdenken

Der Behandlungserfolg hängt nicht nur von der akuten Versorgung ab. Hufbalance, Beschlag, Trainingsumfang, Bodenverhältnisse, Körpergewicht, Muskulatur und Pausenmanagement beeinflussen, wie gut Sehnen und Bänder langfristig belastbar bleiben.

Rückfälle vermeiden

Rückfälle entstehen häufig durch zu frühe Belastung oder unpassenden Trainingsaufbau. Regelmäßige Kontrollen, klare Belastungsschritte und eine enge Abstimmung zwischen Tierarzt, Besitzer, Hufbearbeitung und Trainer unterstützen eine sichere Rückkehr in die Arbeit.

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