Infektionskrankheiten & Immunologie
Fieber, Infekte, Abwehrschwäche und Immunreaktionen gezielt einordnen
Infektionskrankheiten und immunologische Störungen können beim Pferd sehr unterschiedlich auftreten: von Fieber, Husten, Nasenausfluss oder geschwollenen Lymphknoten bis zu Leistungsabfall, Hautveränderungen, wiederkehrenden Beschwerden oder unklaren Entzündungszeichen.
Kennzeichen Wann sollte ich handeln?
- Fieber oder wiederkehrende Temperaturerhöhung
- Husten, Nasenausfluss oder Atemwegsinfekte
- Mattigkeit oder Leistungsabfall
- Hautveränderungen oder Quaddeln
- geschwollene Lymphknoten
- Kontakt zu erkrankten Pferden
- Quaddeln oder allergische Hautreaktionen
- wiederkehrende Entzündungen
- Fressunlust
Handlungsempfehlung
Bitte vereinbaren Sie einen Termin, wenn Ihr Pferd Fieber, wiederkehrende Infekte, geschwollene Lymphknoten, Leistungsabfall, Hautveränderungen oder unklare Entzündungszeichen zeigt. Bei Fieber, Verdacht auf eine ansteckende Erkrankung oder deutlicher Verschlechterung melden Sie sich bitte zuerst telefonisch, damit das weitere Vorgehen abgestimmt werden kann.
Auf einen Blick
Ablauf
Damit Sie wissen, was auf Ihr Pferd zukommt.
Vorgeschichte und Auffälligkeiten erfassen
Zunächst werden Entstehung, Dauer und Entwicklung der Veränderung besprochen.
Klinische Allgemeinuntersuchung
Atmung, Kreislauf, Lymphknoten und Schleimhäute werden beurteilt.
Immunstatus und Impfstatus bewerten
Impfpass, Vorerkrankungen und Belastungsfaktoren werden mit einbezogen.
Weitere Diagnostik und Empfehlung
Das weitere Vorgehen wird auf Pferd, Bestand und Ansteckungsrisiko abgestimmt.
Hintergrund und Wissenswertes
Infektionskrankheiten und Immunologie beim Pferd
Infektionskrankheiten entstehen, wenn Erreger wie Viren, Bakterien, Parasiten oder Pilze den Körper belasten. Das Immunsystem erkennt solche Erreger, reagiert darauf und bildet je nach Situation eine gezielte Abwehr. Beschwerden können akut und deutlich auftreten oder sich schleichend entwickeln.
Wann eine Abklärung sinnvoll ist
Eine Untersuchung ist besonders wichtig bei Fieber, Mattigkeit, Husten, Nasenausfluss, Durchfall, geschwollenen Lymphknoten, Hautveränderungen, wiederkehrenden Entzündungen oder unklarem Leistungsabfall. Auch neue Pferde im Bestand, Stallwechsel, Transporte oder Kontakt zu erkrankten Pferden können das Risiko für Infektionen erhöhen.
Immunsystem und Abwehrlage
Das Immunsystem schützt den Körper vor fremden Erregern und bildet nach Kontakt mit bestimmten Antigenen eine gezielte Abwehr. Nach einer überstandenen Infektion oder nach Impfungen können Gedächtniszellen dazu beitragen, bei erneutem Kontakt schneller zu reagieren. Gleichzeitig können Überreaktionen oder eine geschwächte Abwehr zu eigenen Problemen führen.
Diagnostik bei Infektionsverdacht
Die Diagnostik richtet sich nach Symptomen und Verlauf. Möglich sind klinische Untersuchung, Blutbild, Entzündungswerte, Abstriche, Kotproben, Antikörpertests oder direkte Erregernachweise. Entscheidend ist, die Befunde im Zusammenhang mit Zeitpunkt, Impfstatus, Bestandssituation und Allgemeinzustand zu bewerten.
Hygiene, Isolation und Bestandsschutz
Bei ansteckungsverdächtigen Erkrankungen ist umsichtiges Vorgehen wichtig. Dazu können telefonische Vorabklärung, Abstand zu anderen Pferden, getrennte Ausrüstung, Händehygiene, Reinigung, Desinfektion und vorübergehende Isolation gehören. Ziel ist, die Ausbreitung im Bestand möglichst zu verhindern.
Impfberatung und Vorbeugung
Impfungen können helfen, die Abwehr gegen bestimmte Infektionskrankheiten vorzubereiten. Welche Impfungen und Intervalle sinnvoll sind, hängt von Alter, Nutzung, Haltung, Reiseaktivität, Bestandssituation und individuellem Risiko ab. Deshalb sollte der Impfplan regelmäßig überprüft und fachlich angepasst werden.