Hufrehe
Schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut
Hufrehe ist eine schmerzhafte Erkrankung der Hufe, bei der sich die Huflederhaut entzündet. Da sich daraus bleibende Veränderungen am Huf entwickeln können, sollte bei typischen Anzeichen schnell tierärztlich abgeklärt werden, wie akut die Situation ist.
Kennzeichen Wann sollte ich handeln?
- Deutliche Schmerzen im Bereich der Hufe
- steifer, vorsichtiger Gang
- Lahmheit, vor allem an den Vordergliedmaßen
- warme Hufe
- stark fühlbarer Puls an den Fesselarterien
- Entlastungshaltung mit nach vorn gestellten Vorderbeinen
- Bewegungsunlust
- vermehrtes Liegen
- Widerstand beim Wenden
Handlungsempfehlung
Bitte rufen Sie bei Verdacht auf Hufrehe zeitnah an. Bewegen Sie das Pferd möglichst wenig und stellen Sie es, wenn möglich, auf weichen, tragfähigen Untergrund.
Auf einen Blick
Hintergrund und Wissenswertes
Hufrehe beim Pferd
Hufrehe ist eine ernst zu nehmende und sehr schmerzhafte Erkrankung. Dabei entzündet sich die Huflederhaut, also die empfindliche Verbindung zwischen Hufwand und Hufbein. Je früher die Situation erkannt und behandelt wird, desto besser lassen sich Folgeschäden begrenzen.
Woran man Hufrehe erkennen kann
Typische Anzeichen sind ein steifer, vorsichtiger Gang, deutliche Schmerzen im Bereich der Hufe, warme Hufe und ein stark fühlbarer Puls an den Fesselarterien. Häufig sind vor allem die Vordergliedmaßen betroffen. Manche Pferde stellen die Vorderbeine weit nach vorn, um die Zehenregion zu entlasten.
Auch Bewegungsunlust, vermehrtes Liegen, Widerstand beim Wenden oder eine plötzlich auftretende Lahmheit können Hinweise sein. Da Hufrehe sehr schmerzhaft ist und sich rasch verschlechtern kann, sollte ein Verdacht nicht abgewartet werden.
Warum Hufrehe so ernst ist
Bei einer Hufrehe gerät die Verbindung zwischen Hufkapsel und Hufbein aus dem Gleichgewicht. In schweren Fällen kann sich die Stellung des Hufbeins verändern. Es kann zu einer Rotation oder Absenkung kommen. Solche Veränderungen können langfristige Folgen für Belastbarkeit, Hufgesundheit und Lebensqualität haben.
Deshalb geht es bei einer akuten Hufrehe nicht nur um Schmerzlinderung, sondern auch darum, mechanische Belastung zu reduzieren und den weiteren Verlauf eng zu kontrollieren.
Häufige Ursachen und Risikofaktoren
Hufrehe steht häufig im Zusammenhang mit Fütterung, Stoffwechsel und Haltungsbedingungen. Fruktanreiches Gras, sehr energiereiches oder getreidelastiges Futter, Übergewicht und abrupte Futterumstellungen können eine Rolle spielen. Auch Stoffwechselerkrankungen wie das Cushing-Syndrom oder das Equine Metabolische Syndrom erhöhen das Risiko.
Neben stoffwechselbedingten Auslösern können auch starke mechanische Belastung, Entzündungen, toxische Prozesse oder Erkrankungen des Verdauungstraktes eine Hufrehe begünstigen. Entscheidend ist deshalb, nicht nur den akuten Hufschmerz zu behandeln, sondern auch mögliche Auslöser zu suchen.
Was bis zum Eintreffen sinnvoll ist
Bei Verdacht auf Hufrehe sollte das Pferd möglichst wenig bewegt werden. Ein weicher, tragfähiger Untergrund kann helfen, die Hufe zu entlasten. Futter sollte nicht eigenständig radikal umgestellt werden; sinnvoll ist eine ruhige Sicherung der Situation bis zur tierärztlichen Einschätzung.
Wichtig ist, keine Belastung zu erzwingen. Auch wenn das Pferd nur „steif“ wirkt, kann bereits erheblicher Schmerz vorliegen.
Untersuchung und Behandlung
Bei der Untersuchung werden Gangbild, Haltung, Schmerzreaktion, Hufwärme und Pulsation beurteilt. Je nach Situation können Röntgenaufnahmen sinnvoll sein, um die Stellung des Hufbeins zu kontrollieren. Blutuntersuchungen können helfen, zugrunde liegende Stoffwechselprobleme einzuordnen.
Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und Ursache. Im Vordergrund stehen Schmerzlinderung, Entlastung der Hufe, geeigneter Untergrund, angepasstes Fütterungsmanagement und die Zusammenarbeit mit Hufbearbeitung oder Hufbeschlag. Bei Risikopferden ist außerdem die langfristige Kontrolle von Gewicht, Stoffwechsel und Fütterung wichtig.
Nachsorge und Vorbeugung
Nach einer Hufrehe braucht das Pferd eine sorgfältige Verlaufskontrolle. Belastung, Fütterung, Hufbearbeitung und mögliche Stoffwechselerkrankungen müssen abgestimmt werden. Ziel ist, erneute Schübe zu vermeiden und die Hufe langfristig möglichst stabil zu halten.