Ankaufuntersuchung (AKU)

Tierärztliche Einschätzung vor dem Pferdekauf

Bei der Ankaufuntersuchung wird der Gesundheitszustand eines Pferdes vor dem Kauf tierärztlich eingeschätzt, damit mögliche Risiken, Befunde und offene Fragen besser beurteilt werden können.

Kennzeichen Wann sollte ich handeln?

  • geplanter Pferdekauf
  • Unsicherheit zum Gesundheitszustand
  • sportliche Nutzung vorgesehen
  • bekannte oder unklare Vorbefunde
  • auffälliger Bewegungsablauf
  • Wunsch nach tierärztlicher Einschätzung vor Vertragsabschluss

Handlungsempfehlung

Bitte klären Sie vorab, welche Unterlagen, Vorbefunde, Röntgenbilder oder Nutzungsangaben vorhanden sind. Sinnvoll ist außerdem, vor dem Termin festzulegen, welchen Umfang die Ankaufuntersuchung haben soll.

Auf einen Blick

Vorbereitung

Ruhige und störungsfreie Umgebung, gut beleuchteter Untersuchungsplatz, abgedunkelter Raum für Augenuntersuchung, ebene und harte Vorführbahn (mind. 30m), Longierplatz oder Reitbahn mit weichem Boden

Dauer der Untersuchung

Je nach Umfang 120 - 180 Minuten

Risiken

Eine AKU reduziert Unsicherheit, kann aber umgebungs- und haltungsabhängige sowie saisonale Erkrankungen und Verhaltensbesonderheiten und Befunde, die während der Nutzung auftreten nicht sicher ausschließen

Damit Sie wissen, was auf Ihr Pferd zukommt.

Anlass und Nutzungsziel klären

Zu Beginn wird besprochen, wie das Pferd bisher gehalten und genutzt wurde und wofür das Pferd vorgesehen ist bzw. welche Haltungs- und Nutzungsbedingungen auf das Pferd zukommen.

Vor der Untersuchung wird geklärt, ob das Pferd für Freizeit, Zucht, Sport, Kinder- oder Schulpferdeeinsatz vorgesehen ist. Auch Alter, bisherige Nutzung, bekannte Erkrankungen, Vorbefunde und die Erwartungen an das Pferd spielen eine Rolle. Der Untersuchungsumfang sollte zur geplanten Nutzung und zum individuellen Risiko passen.

Allgemeine klinische Untersuchung

Der allgemeine Gesundheitszustand wird systematisch beurteilt.

Untersucht werden unter anderem Allgemeinverhalten, Ernährungs- und Pflegezustand, Haut und Fell, Temperatur, Schleimhäute, Herz, Atmung, Lymphknoten und der äußere Gesamteindruck. Auch offensichtliche Verletzungen, Narben, Schwellungen oder Hinweise auf frühere Erkrankungen werden berücksichtigt.

Untersuchung von Augen, Maul und Körper

Wichtige Körperbereiche werden auf sichtbare oder tastbare Auffälligkeiten geprüft.

Spezielle Untersuchungen bei der AKU betreffen die Augen, die vordere Maulhöhle mit Schneidezähne und Lade, sowie die Untersuchung der Atemwege und des Herz-Kreislaufsystems in Ruhe und unter Belastung. Der Bewegungsapparat wird in Ruhe bzgl. Hufbeschlag, Gliedmaßenstellung und Konstitution von Hals und Rücken beurteilt. Ziel ist nicht nur, einzelne Befunde zu sammeln, sondern soweit möglich mit der Vorgeschichte zum Pferd und mit dem Vorbericht des Kaufinteressenten darüber zu beraten. Eine Kaufuntersuchung dient nicht der Kaufberatung und nicht der Feststellung von Mängeln im juristischen Sinne.  

Bewegungsuntersuchung

Das Pferd wird im Stand und in Bewegung orthopädisch und bzgl. der Leistungsfähigkeit von Herz-Kreislauf- und Atmungsapparat eingeschätzt.

Das Pferd wird auf ebenem hartem Boden im Schritt und Trab an der Hand vorgeführt. Dabei werden Bewegungsablauf, Takt, Wendungen, Belastung der Gliedmaßen und mögliche Lahmheiten oder Asymmetrien eingeschätzt. Rückwärtsrichten, Beugeproben und enge Wendungen oder weitere orthopädische Tests können Hinweise auf Bewegungseinschränkungen oder neurologische Defizite in der Bewegungskoordination geben. Eine definierte Belastungsuntersuchung in allen Gangarten bis zum Eintritt intensiver Atmung erlaubt die Einschätzung der Funktionalität des Herz-Kreislauf-Sytems, der Atmung und des Bewegungsappartes.  

Besprechung möglicher Zusatzuntersuchungen

Bei Bedarf wird geklärt, ob eine standardisierte Röntgenuntersuchung durchgeführt werden soll.

Je nach Befund, Kaufpreis, Alter, geplanter Nutzung und Sicherheitsbedürfnis kann eine Röntgenuntersuchung sinnvoll sein. Die erstellten Röntgenaufnahmen sind Eigentum des untersuchenden Tierarztes und unterliegen dem Urheberrechtsschutz. Werden krankhafte oder unklare Befunde erhoben, ist die Untersuchung abzubrechen. Eine zusätzliche weiterführende Diagnostik, wie z.B. Ultraschall, Endoskopie, Blutuntersuchung oder zusätzliche Spezialdiagnostik entspricht einer heilkundlichen Indikation und ist somit nicht im Auftrag der AKU enthalten. Welche Diagnostik angemessen ist, wird individuell besprochen und gesondert beautragt.

Einschätzung und Dokumentation

Die Befunde werden erklärt und im Lebenslauf des Pferdes eingeordnet.

Am Ende werden die erhobenen Befunde besprochen und nachvollziehbar eingeordnet. Dabei geht es nicht um ein pauschales „kaufen“ oder „nicht kaufen“, sondern um eine tierärztliche Risikoabschätzung: Welche Befunde sind unauffällig, welche sollten beobachtet werden und welche könnten für die geplante Nutzung relevant sein?

Ankaufuntersuchung beim Pferd

Eine Ankaufuntersuchung hilft, den Gesundheitszustand eines Pferdes vor dem Kauf besser einzuschätzen. Sie gibt keine Garantie für die Zukunft, schafft aber eine fachliche Grundlage für die Entscheidung.

Warum eine AKU sinnvoll ist

Beim Pferdekauf geht es nicht nur um Sympathie, Abstammung, Ausbildungsstand oder Nutzungsidee. Auch der gesundheitliche Zustand spielt eine zentrale Rolle. Manche Befunde sind offensichtlich, andere zeigen sich erst bei gezielter Untersuchung. Eine Ankaufuntersuchung soll helfen, solche Befunde zu erkennen und ihre Bedeutung für die geplante Nutzung einzuordnen.

Besonders wichtig ist die AKU, wenn das Pferd sportlich genutzt werden soll, ein höherer Kaufpreis im Raum steht, Vorbefunde bekannt sind oder Unsicherheit über den Gesundheitszustand besteht.

Was untersucht wird

Der Umfang einer Ankaufuntersuchung kann unterschiedlich sein. Zur grundlegenden Untersuchung gehören eine allgemeine klinische Beurteilung und eine orthopädische Einschätzung. Dabei werden unter anderem Allgemeinzustand, Haut und Fell, Herz und Atmung, Schleimhäute, Augen, Maul, Rücken, Gliedmaßen, Hufe und Bewegungsablauf betrachtet.

Je nach Fragestellung können zusätzliche Untersuchungen, wie eine für Kaufuntersuchungen standardisierte Röngenuntersuchung sinnvoll sein. Endoskopie, Ultraschall, Blutuntersuchungen oder weiterführende Diagnostik sind als heilkundliche Untersuchungverfahren im Rahmen einer Kaufuntersuchung nicht verhandelbar und bedürfen eines gesonderten Untersuchungsauftrages zur Diagnostik. 

Was eine AKU leisten kann – und was nicht

Eine Ankaufuntersuchung ist eine Momentaufnahme. Sie kann Hinweise auf bestehende Auffälligkeiten liefern und Risiken besser einschätzbar machen. Sie kann aber nicht sicher vorhersagen, ob ein Pferd später erkrankt oder ob sich ein heute unauffälliger Befund in Zukunft verändert.

Deshalb ist die Einordnung der Befunde entscheidend. Nicht jeder Befund bedeutet automatisch, dass ein Pferd ungeeignet ist. Umgekehrt ist ein unauffälliger Untersuchungsbefund keine Garantie für dauerhafte Gesundheit.

Die geplante Nutzung entscheidet mit

Ein Befund kann je nach Nutzung unterschiedlich relevant sein. Was für ein Freizeitpferd wenig Bedeutung hat, kann für ein Sportpferd stärker ins Gewicht fallen. In jedem Fall ist für jedes Pferd eine professionelle Ausbildung für einen geplanten Nutzungszweck sowie professionelle artgerechte Haltung und Pflege unabhängig davon, wie das Pferd eingestzt werden soll, zu verlangen. Gesundheit und Wohlbefinden eines Pferdes hängen letztendlich auch von der fachlichen und mentalen Qualifikation des Reiters/Besitzers ab.

Klare Einschätzung vor der Entscheidung

Ziel der Ankaufuntersuchung ist eine verständliche tierärztliche Einschätzung. Die Befunde werden erklärt, mögliche Risiken benannt und offene Fragen besprochen. So entsteht eine bessere Grundlage für die Kaufentscheidung und für mögliche weitere Schritte.

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